• Dr. Stefan Groth
  • Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft – Populäre Kulturen
  • Universität Zürich
  • Affolternstrasse 56, CH-8050 Zürich

Dr. Stefan Groth ist Oberassistent am Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) der Universität Zürich und leitet das Labor Populäre Kulturen. Zurzeit arbeitet er an einem Projekt zu Mitte und Mittelmass als Handlungsorientierung in unterschiedlichen Praxisfeldern. Er hat in Göttingen und Udine Soziologie, Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie und Wirtschaft- und Sozialpsychologie studiert. Geforscht und gelehrt hat er in Göttingen als Teil einer interdisziplinären Forschergruppe zu kulturellem Eigentum (2008–2014), als Fellow am Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research (2014–2015) und als Postdoc an der Universität Bonn (2015–2016).

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören normative Dimensionen von Alltagskultur, Methoden der Empirischen Kulturwissenschaft, sprachanalytische Ansätze, politische Anthropologie, Kulturerbe und kulturwissenschaftliche Sportforschung. Sein erstes Buch “Negotiating Tradition: The Pragmatics of International Deliberations on Cultural Property” ist 2012 erschienen und als Open-Access-Version verfügbar.

Negotiating Tradition, 2012
Groth, Stefan. 2012. Negotiating Tradition: The Pragmatics of International Deliberations on Cultural Property. Bd. 4. Göttingen Studies in Cultural Property. Göttingen: Göttingen University Press. doi:10.4000/books.gup.608. (Details →)

Negotiating Tradition illuminates or, perhaps more appropriately, makes audible the talk at the heart of WIPO. … This is a compelling account in its own right, a clear-eyed, open eared, and subtle ethnography of a complex and consequential transnational forum.” — Donald L. Brenneis, UC Santa Cruz

Aktuelle Ankündigungen

Dezember 2019

Neue Publikation: Implicit Ethics
Normative Claims to Culture in Multilateral Negotiations
Im early view des Journal of Linguistic Anthropology ist ein Beitrag von mir zu impliziten normativen Äusserungen in multilateralen Verhandlungen erschienen.

Juli 2019

Neue Publikation: Zusammen arbeiten
Praktiken der Koordination und Kooperation in kollaborativen Prozessen
Soeben erschienen ist die E-Book-Version des Sammelbandes Zusammen arbeiten, den ich zusammen mit Christian Ritter (Collegium Helveticum) herausgegeben habe. Die Druckversion folgt in Kürze.

März 2019

Political Narratives / Narrations of the Political
Special Issue of Narrative Culture
Eine Special Issue von Narrative Culture (6/1), die ich zum Thema 'Political Narratives / Narrations of the Political' herausgegeben habe, ist soeben erschienen.

Februar 2019

Ordnungen in Alltag und Gesellschaft
Empirisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven
Soeben ist ein von Linda Martina Mülli und mir herausgegebener Sammelband erschienen: Stefan Groth / Linda Mülli (Hrsg.): Ordnungen in Alltag und Gesellschaft. Empirisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven. Würzburg: Königshausen und Neumann.

Aktuelle Publikationen

Groth2019ao
Groth, Stefan. 2019. „Implicit Ethics: Normative Claims to Culture in Multilateral Negotiations“. Journal of Linguistic Anthropology, Dezember. doi:10.1111/jola.12258. Peer Reviewed. (Details →)

Groth2019as
Groth, Stefan. 2019. „Vergleiche als antizipierende und relationale Praxis“. Zeitschrift für Volkskunde 115 (2): 238–59. Peer Reviewed. (Details →)

Groth2019ar
Groth, Stefan. 2019. „Optimierung bis zur Mitte. Selbstoptimierung als Konstellation und relationale Subjektivierung“. Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 122 (1): 27–54. Peer Reviewed. (Details →)

  • Dr. Stefan Groth
  • Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft – Populäre Kulturen
  • Universität Zürich
  • Affolternstrasse 56, CH-8050 Zürich

22. Februar 2019

Ordnungen in Alltag und Gesellschaft

Empirisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven

Schlagwörter:
Aktuelles
Publikationen
Herausgeberschaften
Aktuelles Publikationen Herausgeberschaften Verlagsseite Inhaltsverzeichnis

Cover Ordnungen Soeben ist ein von Linda Martina Mülli und mir herausgegebener Sammelband zu “Ordnungen in Alltag und Gesellschaft” erschienen, der aus einer gemeinsamen Ringvorlesung zwischen dem Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel und dem Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich hervorgegangen ist:

Stefan Groth / Linda Mülli (Hrsg.)
Ordnungen in Alltag und Gesellschaft. Empirisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven1

Das Inhaltsverzeichnis kann hier eingesehen werden. Der Band kann beim Verlag Königshausen & Neumann oder im Buchhandel bestellt werden.

Aus dem Klappentext:

Ordnungen sind in Alltag und Gesellschaft allgegenwärtig. Wie interagieren wir im öffentlichen Raum? Welche Rituale sind in Organisationen ordnend? Wie verschieben sich etwa durch wandernde Wölfe herkömmliche Ordnungskonzepte? Ordnungen treten uns als explizite Regeln und festgeschriebene Gebote ebenso gegenüber wie als subtile Gepflogenheiten und implizite Handlungsmuster. Die empirisch-kulturwissenschaftlichen Beiträge des Bandes zeigen mittels unterschiedlicher analytischer und methodologischer Annäherungen, wie Ordnungen produziert oder transformiert werden, aber auch wo sie sicht- oder unsichtbar sind.

  1. Groth, Stefan, und Linda Mülli, Hrsg. 2019. Ordnungen in Alltag und Gesellschaft: Empirisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven. Würzburg: Königshausen und Neumann. (Details →) ↩︎

25. Juli 2018

Comparison as Social and Cultural Practice

Panel beim SIEF-Kongress 2019

Schlagwörter:
Call for Papers

Zusammen mit Markus Tauschek organisiere ich im Rahmen des 14. SIEF-Kongresses in Santiago de Compostela (14. bis 17.04.2019) ein Panel zum Thema “Comparison as Social and Cultural Practice”. Vorschläge können bis zum 15.10.2018 auf der Seite der SIEF eingereicht werden.

Abstract

Comparisons are everyday practices used to make sense of social roles and encounters, socioeconomic transformation processes and uncertain futures. By comparing oneself with others, practices, statuses and worldviews are put into context and embedded into broader frames of meaning. In times of change and risk, comparisons serve to reduce complexity and offer orientation. Focusing on comparison not as an analytic tool, but as an everyday social and cultural practice, the panel seeks to shed light on subjective perspectives and on what individuals (and groups) do when they compare and how they do it - from subtle to crude forms of comparison; from informal and spontaneous comparisons to institutionalized comparative regimes; from tacit modes of comparing to refined categories and systems of comparison.

The panel brings together contributions on comparisons as social and cultural practice from different fields, e.g. from the spheres of work life, leisure, politics, art and migration. It asks for the grounding of comparative practices in everyday life, for the role of comparisons in making sense of transformations, for different modes, forms, and theorizations of comparison. Contributions can, among other aspects, deal with how comparisons are part of narratives, how they are mediatized in popular culture, and which material, quantitative, symbolic or affective dimensions they have.

24. Mai 2018

Vernetzt, entgrenzt, prekär?

Arbeit im Wandel und in gesellschaftlicher Diskussion. Kulturwissenschaftliche Perspektiven

Schlagwörter:
DGV Arbeitskulturen
Veranstaltungen
Programm
DGV Arbeitskulturen Veranstaltungen Programm Programm als PDF Plakat als PDF Call for Papers als PDF Call for Papers

alt text 18. Arbeitstagung der dgv-Kommission Arbeitskulturen, 13. bis 14. September 2018

Vom 13. bis zum 14. September 2018 veranstalten das Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (ISEK) – Populäre Kulturen der Universität Zürich und die Kommission Arbeitskulturenforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde die 18. Arbeitstagung der dgv-Kommission Arbeitskulturen in Zürich und in Winterthur.

Kooperationspartner sind das Collegium Helveticum, Zürich, das Museum Schaffen, Winterthur sowie das Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Freiburg.

Anmeldungen sind bis zum 23. August 2018 möglich (Anmeldeformular).

Konzept und Organisation: Dr. Stefan Groth (Zürich), Dr. Sarah May (Freiburg), Dr. Johannes Müske (Zürich)

Die dgv-Kommission Arbeitskulturen bietet einen Kontext zur ethnografischen Erforschung von Arbeit und Alltag. In ihrem Umfeld sind wertvolle Beiträge zur empirischen Erforschung der Arbeitswelt entstanden, etwa zu den Themen kognitiver Kapitalismus, Informatisierung, Subjektivierung, Prekarisierung, Entgrenzung oder Ästhetisierung von Arbeit. Im 40. Jahr nach ihrer Gründung und 20 Jahre nach ihrer Neuformierung will die Kommission an der Arbeitstagung ein breites Themenspektrum zur Arbeitsethnografie versammeln und wendet sich insbesondere auch an NachwuchswissenschaftlerInnen im Fach und in Nachbardisziplinen, sich mit ihren Forschungen einzubringen.

10. Mai 2018

"Kein sichereres Mittel existirt zur Abwehr von allem Lumpengesindel"

Zur Entwicklung von Sicherheits- und Kontrollkonstellationen um 1900

Schlagwörter:
Publikationen
Aufsätze in Sammelbänden
Publikationen Aufsätze in Sammelbänden Band beim Panama Verlag

Im Sammelband “Der Alltag der (Un)sicherheit. Ethnographisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven auf die Sicherheitsgesellschaft”, herausgegeben von Katharina Eisch-Angus und Alexandra Schwell, ist ein Beitrag von mir über Konstellationen von Sicherheits- und Kontrollbemühungen erschienen.1 Am Beispiel der Stahlindustrie im Ruhrgebiet um 1900 untersucht der Beitrag “‘Kein sichereres Mittel existirt zur Abwehr von allem Lumpengesindel’: Zur Entwicklung von Sicherheits- und Kontrollkonstellationen um 1900” die Genese und Differenzierung von Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen und -mechanismen in den Bereichen der Arbeiterkontrolle, des Arbeitsschutzes, des Wohnens sowie der Freizeitkultur, die mit technologischen Entwicklungen, sozialräumlichen Verschiebungen sowie mit wirtschafts- und sozialpolitischen Bemühungen einhergehen.

  1. Groth, Stefan. 2018. „‚Kein sichereres Mittel existirt zur Abwehr von allem Lumpengesindel‘: Zur Entwicklung von Sicherheits- und Kontrollkonstellationen um 1900“. In Der Alltag der (Un)Sicherheit. Kulturwissenschaftlich-ethnographische Perspektiven auf die Sicherheitsgesellschaft, herausgegeben von Alexandra Schwell und Katharina Eisch-Angus, 36–63. Berlin: Panama Verlag. (Details →) ↩︎

3. Mai 2018

Wissensorte

Ethnographische / künstlerische Erkundungen

Schlagwörter:
Lehre
Veranstaltungen
Ausstellungen
Lehre Veranstaltungen Ausstellungen Flyer als PDF Broschüre als PDF

Aus dem zweisemestrigen Projektseminar und Kooperationsprojekt “Wissensorte” zwischen dem Master Populäre Kulturen, Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich (Christian Ritter und Stefan Groth) und dem Master Transdisziplinarität, Zürcher Hochschule der Künste (Patrick Müller, Basil Rogger, Irene Vögeli) sind eine Ausstellung und mehrere Veranstaltungen hervorgegangen, die im Mai 2018 an der ZHdK im Rahmen des Projektes “ReVisiting Black Mountain College” stattfinden werden. Zum Projekt und zur Ausstellung ist eine begleitende Broschüre (PDF)1 erschienen.

Im Jahr 1933 entstand in den Bergen von North Carolina ein transdisziplinärer Ort für Lehre und Forschung. Die Wirkmächtigkeit des Black Mountain College resultierte unter anderem aus dem prononcierten Zusammenführen von unterschiedlichen Wissenskulturen – der Künste und Architektur, aber auch der Geschichte, der Ökonomie, der Physik. Es zeigt exemplarisch auf, dass die Produktion und Weitergabe von Wissen an Orte gebunden ist und dass räumliche Konfigurationen auch Formen des Wissens beeinflussen. Der Verzicht auf starke Hierarchisierungen und trennende Institutionalisierungen erhöhte dabei die Chance, Wissen ausserhalb von verfestigten Bahnen in Zirkulation zu bringen, überraschende Anschlüsse oder disziplinäre Überschreitungen zu ermöglichen.

Die Arbeitsweisen des Black Mountain College bilden die Folie für ein transdisziplinäres Studienprojekt zwischen Kunst und Ethnografie. Seit September des letzten Jahres untersuchen Studierende der Universität Zürich und der ZHdK Orte, an denen sich heterogene Wissenskulturen begegnen und an denen Wissen hergestellt und verhandelt wird. Bei ihren Recherchen sind sie dabei auf Orte wie Beratungsstellen, Wohnhäuser, die Mundhöhle oder auf virtuelle Game- und Chatrooms gestossen.

Veranstaltungen

Heimat. Apartment House (Re)composed, 2. Mai 2018, 18 Uhr

Ort: Zürcher Hochschule der Künste, Pfingstweidenstrasse 96, 8005 Zürich, Galerie 1 und 2 (4.K13 / 5.K09)

Kollektiv Mycelium: Trio Triplet (Hannah Walter, Violine; Stefanie Mirwald, Akkordeon; Damien Bachmann, Klarinette); Robert Torche, Elektronik und Komposition; Jan Müller und Hannah Walter, Ethnographische Forschung, Konzept und Komposition

Ausstellung / Performances, 16.–19. Mai 2018

Ort: Zürcher Hochschule der Künste, Pfingstweidenstrasse 96, 8005 Zürich, Aktionsraum (5.K06)

Die Ausstellung ist an der Vernissage sowie Donnerstag bis Freitag ab 13 Uhr und Samstag von 12 bis 15 Uhr geöffnet.

Aufführungen finden zu den folgenden Zeiten statt:

  • Mittwoch, 16 Uhr, Vernissage
  • Mittwoch, 18 Uhr, Foodperformance
  • Freitag, 18 Uhr, Beratungsbüro
  1. Groth, Stefan, Patrick Müller, Anna Suppa, Christian Ritter, Basil Rogger, und Irene Vögeli, Hrsg. 2018. Wissensorte. Ethnografische / künstlerische Erkundungen. Zürich. https://github.com/sgroth/stefangroth.com/raw/master/assets/repository/Groth2018af.pdf. Publikation aus dem Projektseminar Wissensorte – ReVisiting Black Mountain College (Master), HS/FS 2017/2018. Populäre Kulturen, ISEK - Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft (Kooperationsprojekt mit der Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK), Universität Zürich. (Details →) ↩︎

6. Februar 2018

Ethnological Sensations: Stefan Groth

SIEF-Video

Schlagwörter:
SIEF
Video
Medien
SIEF Video Medien

Die Société Internationale d´Ethnologie et de Folklore (SIEF) hat im Rahmen des Göttinger Kongresses neue Videos für die Reihe Ethnological Sensations gedreht. In einer der beiden jüngst veröffentlichten Ausgaben berichte ich über meine Forschungen zu Mitte und Mittelmaß:

Schlagwörter:
Publikationen
Zeitschriftenaufsätze
Sport
Sinne
Publikationen Zeitschriftenaufsätze Sport Sinne Paper als PDF

In der aktuellen Ausgabe des Journals of Ethnology and Folkloristics (11/2, 2017) ist ein Artikel von Yonca Krahn und mir zu “Sensing Athletes: Sensory Dimensions of Recreational Endurance Sports”1 erschienen:

Sport has become increasingly popular with recreational athletes over the last couple of decades. This has only gained minimal attention so far from scholars interested in the relations between recreational sports and everyday culture. With this paper, we seek to contribute to this field by scrutinising the sensory dimensions of recreational sport. Rather than probing into or highlighting isolated senses, we look at sensory dimensions understood as a combination of different, non-separable sensory experiences featured in recreational endurance sports. We are interested in how senses play a role for recreational endurance athletes in running, triathlon and cycling both in training and competition. We start by examining how cultural and social dimensions are inextricably linked to doing sports. Secondly, we show how different configurations of the senses and their communicative mediation are contingent on sport disciplines, specific settings, technology, development and change as sensory careers over time. Thirdly, we discuss the kinaesthetic dimensions of doing sports in relation to the senses and the role of atmospheres. We conclude by arguing that highlighting specific senses by athletes is a cultural practice that calls for a holistic analysis of senses in sport, and outline some methodological implications for research on the senses.

Ein PDF des Artikels kann auf den Seiten des JEF heruntergeladen werden.

  1. Groth, Stefan, und Yonca Krahn. 2017. „Sensing Athletes: Sensory Dimensions of Recreational Endurance Sports“. Journal of Ethnology and Folkloristics 11 (2): 3–23. doi:10.1515/jef-2017-0011. Peer reviewed. (Details →) ↩︎

8. November 2017

What Do Ethnologists Do?

SIEF-Video

Schlagwörter:
SIEF
video
media
SIEF video media

Die Société Internationale d´Ethnologie et de Folklore (SIEF) hat im Rahmen des Göttinger Kongresses ein neues Video gedreht, in dem SIEF-Mitglieder – unter anderem auch ich – die Vielseitigkeit unseres Fachs beschreiben:

Filmed at the SIEF2017 conference in Göttingen, this three and a half minute long film, entitled ‘What do ethnologists do?’ comprises SIEF members sharing their views on what distinguishes ethnology from other disciplines, and what ethnologists can actually do to tackle the challenges of the contemporary world. We hope you find the film inspiring and interesting.

1. November 2017

CfP: Vernetzt, entgrenzt, prekär?

Arbeit im Wandel und in gesellschaftlicher Diskussion – kulturwissenschaftliche Perspektiven

Schlagwörter:
DGV
Arbeitskulturen
Call for Papers
Workshop
DGV Arbeitskulturen Call for Papers Workshop Call for Papers als PDF
Programm und aktuelle Informationen

18. Arbeitstagung der dgv-Kommission Arbeitskulturen

Call for Papers, dgv-Arbeitskulturen 2018, Zürich. 18. Arbeitstagung der dgv-Kommission Arbeitskulturen, 13. bis 14. September 2018

Die dgv-Kommission Arbeitskulturen hat wertvolle Perspektiven zu unterschiedlichen Bereichen der Arbeitswelt beigesteuert, etwa zu den Themen kognitiver Kapitalismus, Informatisierung, Subjektivierung, Prekarisierung, Entgrenzung oder Ästhetisierung von Arbeit. 20 Jahre nach ihrer Neuformierung will die kommende Tagung gezielt unterschiedlichste Themenfelder aus dem Kontext ethnografisch informierter Arbeitsforschung sammeln und wendet sich damit explizit auch an NachwuchswissenschaftlerInnen im Fach, sich mit ihren Forschungen einzubringen.

„Arbeit“ wird in der Gegenwart breit diskutiert, insbesondere mit Blick auf sich verändernde Modalitäten der Arbeit vor dem Hintergrund von Digitalisierungs- und Flexibilisierungsprozessen. AkteurInnen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern mit divergierenden Interessen verhandeln die sozialen bzw. sozioökonomischen Implikationen und technischen Seiten des Wandels: Debatten über Mindestlohn, 5-Stunden-Tag, bedingungsloses Grundeinkommen, Rente mit 70, Robotisierung oder Industrie 4.0 verweisen auf komplexe Verhandlungsfelder. Die europäisch-ethnologische Forschung kann zur gesellschaftlichen und historischen Verortung dieser Themen wertvolle empirische Perspektiven beisteuern.

Die kommende Arbeitstagung der Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde will die gegenwärtigen kulturwissenschaftlich-ethnografischen Forschungs- und Vermittlungsarbeiten zum Themenfeld Arbeit zusammentragen. Die Tagung fragt dezidiert nach der Perspektive von AlltagsakteurInnen auf die Veränderungen von Arbeit und nach den gesellschaftlichen Verhandlungen zu gegenwärtigen Prozessen der Digitalisierung und Vernetzung, Entgrenzung, Migration oder Prekarisierung.

ForscherInnen aller Qualifikationsstufen aus den kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, ggf. auch mit anwendungsorientiertem Hintergrund, die AkteurInnen, Praxen und Entscheidungen ins Zentrum ihrer Forschungen zum Wandel der Arbeit stellen, sind herzlich eingeladen, empirische Beiträge einzureichen, die sich mit einem der folgenden – oder weiteren einschlägigen – Themen beschäftigen:

Alltagsperspektiven – soziale Implikationen entgrenzter Arbeit

Welche gegenwärtigen Veränderungen von Arbeitsprozessen und damit zusammenhängende soziale und institutionelle Implikationen lassen sich beobachten? Wie deuten und gestalten AkteurInnen Subjektivierungs-, Flexibilisierungs-, Prekarisierungsprozesse? Welchen Einfluss haben dabei Prozesse der Digitalisierung und Liberalisierung, beispielsweise auf Landwirtschaft, gewerbliche Arbeit, Leiharbeit oder Handwerk? Wie lassen sich Diskussionen über Digitalisierung und Industrie 4.0 untersuchen? Welche methodischen Herausforderungen an eine empirische Kulturwissenschaft sind damit verbunden?

Verlagerungen von Arbeit, Arbeitsmigration und soziale Bewegungen

Welche Rollen spielen im Kontext solcher Transformationen Prozesse von Offshoring, Nearshoring, Onshoring und Outsourcing, „erwünschte“ und „unerwünschte“ Arbeitsmigration in Europa, die (Nicht-)Formierung sozialer (Protest-)Bewegungen und die Diskussion von Alternativmodellen? Wie kann eine empirisch-kulturwissenschaftliche Perspektivierung von Prozessen des Wegfallens und der Verlagerung von Arbeit im Rahmen von Informatisierung und Digitalisierung aussehen?

Leitbilder, Unternehmenskulturen, Zukunftsszenarien

Welche Berufsbilder werden verschwinden, welche entstehen? In welchen gesellschaftlichen Paradigmen, Leitbildern und Unternehmenskulturen (Arbeitskraftunternehmer, Projektmanager & Co.) spiegeln sich diese Prozesse? Welche ethnografisch zu greifenden euphorischen und skeptischen Zukunftsentwürfe gibt es für die Arbeit, ihre Regulierung und Besteuerung? Wie wird der sozialstaatliche Umgang mit solchen Transformationsprozessen visioniert, durch die eine Vielzahl von Arbeitsplätzen wegfällt (Stichwort Grundeinkommen)? Mit welchen normativen Diskussionen über Motivationen, Gerechtigkeit oder Gleichheit sind diese Entwicklungen verbunden? Wie lassen sie sich empirisch fassen, wie kulturanthropologisch deuten?

Musealisierung von Arbeit: Transdisziplinäre Perspektiven

Welche Beispiele für aktuelle Ausstellungen und Vermittlungsaktivitäten gibt es zum Thema? Welche Schwerpunkte haben sie? Welche Kooperationsformen und -partnerschaften zeigen sich? Welche Disziplinen und Praxisfelder haben ein Interesse daran, gegenwärtigen Wandel in der Arbeitswelt zu untersuchen? Inwiefern kann die Empirische Kulturwissenschaft / Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie / Volkskunde eine vermittelnde, kritische, doch auch kreative Rolle spielen?

Desiderata und „blinde Flecken“

Wo liegen die Grenzen europäisch-ethnologischer Forschungsperspektiven und Herangehensweisen? Gibt es bestimmte disziplinäre „blinde Flecken“, die dazu führen, dass bestimmte Fragen ausgeschlossen werden? Welche theoretischen und methodischen Zugänge lassen sich entwickeln, um diese Leerstellen zu erschließen?

Deadline 31.01.2018

Wir bitten um Einreichung von unveröffentlichten Beiträgen, die auf empirischer Forschung basieren; eine Publikation der Beiträge ist geplant. Bitte reichen Sie einen Themenvorschlag mit einem kurzen CV (insgesamt maximal eine Seite) bis zum 31. Januar 2018 bei den OrganisatorInnen ein.

Organisation

Dr. Stefan Groth (Universität Zürich, stefan.groth@uzh.ch)
Dr. Sarah May (Universität Freiburg, sarah.may@mail.kaee.uni-freiburg.de)
Dr. Johannes Müske (Deutsches Museum München, johannes.mueske@uzh.ch)

Veranstalter

Universität Zürich, Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft – Populäre Kulturen und Kommission Arbeitskulturen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (www.dgv-arbeitskulturen.de). In Kooperation mit Collegium Helveticum, Zürich; museum schaffen, Winterthur; Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Kontakt

Stefan Groth, ISEK – Populäre Kulturen, Universität Zürich
Tel. +41 44 634 92 96
E-Mail: stefan.groth@uzh.ch
www.isek.uzh.ch

1. November 2017

Zusammenarbeit(en)

Praktiken der Koordination, Kooperation und Repräsentation in kollaborativen Prozessen

Schlagwörter:
Workshop
Kollaboration
Kooperation
Transdiziplinarität
Artistic Research
Workshop Kollaboration Kooperation Transdiziplinarität Artistic Research Call for Papers Programm / Abstracts

Workshop, 5. und 6. Oktober 2017, Universität Zürich und Collegium Helveticum

Veranstalter: Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft, Populäre Kulturen, Universität Zürich (Dr. Stefan Groth, stefan.groth@uzh.ch); Collegium Helveticum von ETH Zürich, Universität Zürich und Zürcher Hochschule der Künste (Dr. des. Christian Ritter, ritter@collegium.ethz.ch)

Kollaborative Prozesse werden meistens von ihren Ergebnissen her gedacht und beurteilt, während das Prozesshafte selbst nur selten in den Blick genommen wird. Unsichtbar bleiben dabei die (versteckten) Strukturen und Bedingungen, unter denen sich kollaborative Prozesse konstituieren und durchgeführt werden. Dies betrifft im Besonderen die verinnerlichten Regelsysteme, symbolischen Ordnungen, Wissenshierarchien und Objektivationen, die innerhalb von Kollaborationen (implizit oder explizit) affirmiert und weiter ausgehandelt werden.

Die konkreten Praktiken und Prozesse, die beim Zustandekommen, der Durchführung aber auch bei der Repräsentation von kollaborativen Arrangements eine Rolle spielen, sind bislang jedoch nicht systematisch untersucht worden. Der Workshop versammelt daher Perspektiven aus der Empirischen Kulturwissenschaft / Europäischen Ethnologie und benachbarten Disziplinen, die sich mit solchen gegenwärtigen kollaborativen Prozessen befassen. Im Zentrum stehen Beiträge, welche die eigenen Arbeitsformen und Erfahrungen in Bezug auf inter- und transdisziplinäre Kollaboration reflektieren, wie auch solche, die sich mit der Erforschung von Formen der Kollaboration befassen.

Dabei geht es um Fragen nach der (spontanen oder gerichteten) Emergenz und Aushandlung von Koordinations- und Kollaborationsformen, nach den Schnittstellen zwischen künstlerischem und wissenschaftlichen Arbeiten oder zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die konkreten Aushandlungsprozesse, in denen Modi der Zusammenarbeit, Wissenshierarchien, Begrifflichkeiten und Definitionen, Arbeitsteilungen, Koordinations- und Abstimmungsmechanismen, die Teilung von Profiten / Prestige, Zieldefinitionen u. a. ausgearbeitet und umgesetzt werden, sollen im Rahmen des Workshops zum Thema gemacht werden.

Keynotes von Prof. Dr. Klaus Schönberger (Klagenfurt) und Prof. Dr. Jörg Niewöhner (Berlin). Uraufführung des Dokumentarfilmes «Schleudertrauma» (Oliver Becker, Torsten Näser, 2017). Während der Tagungsdauer ist die künstlerisch-ethnografische Ausstellung «Mit Kopfhörern unterwegs» zu Gast im Erdgeschoss des Collegium Helveticum.

Aktuelle Publikationen

Groth2019ao
Groth, Stefan. 2019. „Implicit Ethics: Normative Claims to Culture in Multilateral Negotiations“. Journal of Linguistic Anthropology, Dezember. doi:10.1111/jola.12258. Peer Reviewed. (Details →)

Groth2019as
Groth, Stefan. 2019. „Vergleiche als antizipierende und relationale Praxis“. Zeitschrift für Volkskunde 115 (2): 238–59. Peer Reviewed. (Details →)

Groth2019ar
Groth, Stefan. 2019. „Optimierung bis zur Mitte. Selbstoptimierung als Konstellation und relationale Subjektivierung“. Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 122 (1): 27–54. Peer Reviewed. (Details →)